Extremwandern, also das Zurücklegen von Distanzen bis zu 100 Kilometern in 24 Stunden, ist für uns Wanderenthusiasten eine enorme Herausforderung und gleichzeitig Erfüllung. Doch ist diese extreme Form des Wanderns tatsächlich gesund oder birgt sie Risiken? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns sowohl die körperlichen als auch die psychischen Aspekte dieser sportlichen Aktivität an.
Körperliche Vorteile des Extremwanderns
Extremwandern ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Ausdauer und Fitness zu verbessern. Der lange, kontinuierliche Marsch fordert das Herz-Kreislauf-System und stärkt es damit. Auch und vor allem die Beinmuskulatur – insbesondere Oberschenkel, Waden und Hüfte – wird stark beansprucht und bildet sich dort weiter aus. Wenn du regelmäßig solche Distanzen zurücklegst, kann deine allgemeine Fitness signifikant steigen und Kalorien verbrennst du auch, was bei der Gewichtskontrolle helfen kann.
Zusätzlich fördert das Wandern die Durchblutung und stärkt die Knochengesundheit, da es eine gewichtstragende Aktivität ist. Das bedeutet, dass die Knochen stärker werden, da sie regelmäßig die Belastung des eigenen Körpergewichts tragen müssen. Auch das Immunsystem profitiert von der regelmäßigen Bewegung, da es besser durchblutet wird und so mehr Nährstoffe erhält.
Körperliche Nachteile des Extremwanderns
Jedoch kann Extremwandern auch körperliche Belastungen mit sich bringen. Die hohen Distanzen über mehrere Stunden oder sogar Tage hinweg stellen eine enorme Herausforderung für Gelenke und Muskeln dar. Besonders die Knie und Füße werden beim Extremwandern sehr beansprucht, was bei unzureichender Vorbereitung oder falschem Schuhwerk zu Schmerzen oder Verletzungen führen kann. Auch die Gefahr von Blasen, Muskelverspannungen und Überlastungsschäden steigt mit der Dauer der Wanderung an.
Wer sich nicht ausreichend vorbereitet oder während dem Marsch nicht auf den eigenen Körper hört, riskiert Erschöpfung, Dehydration oder gar eine Überanstrengung. Besonders Anfänger oder Menschen mit bestehenden gesundheitlichen Problemen sollten vorsichtig sein und die Belastung schrittweise steigern. Es gibt immer wieder Teilnehmer, die mit der 100er Strecke anfangen, aber eine gesündere und nachhaltigere Herangehensweise stellt das Steigern der Distanzen dar. Die Erfahrungen, die man bei kleineren Märschen sammelt, helfen schließlich bei der großen Herausforderung, 100 Kilometer oder sogar mehr zu wandern.
Psychische Vorteile des Extremwanderns
Neben den körperlichen Aspekten bietet Extremwandern auch zahlreiche psychische Vorteile. Viele Wanderer berichten von einer Art „Flow-Erlebnis“ während der langen Strecken, bei dem sie völlig in der Natur und der Bewegung aufgehen. Das Wandern hilft, den Kopf freizubekommen, Stress abzubauen und die mentale Gesundheit zu fördern. Durch die stundenlange Konzentration auf den Weg und das Umgehen von Hindernissen kann man in einen Zustand der Achtsamkeit gelangen, der sehr entspannend wirkt. Terminstress entfällt. Du hast du eine Aufgabe. Setze einen Fuß vor den anderen. Bis ins Ziel. Herrlich.
Auch das Erreichen eines solchen körperlichen Ziels stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Wenn du deine Distanz wie 30, 50 oder 100 Kilometer schaffst, hast du nicht nur eine körperliche Leistung vollbracht, sondern auch psychisch viel erreicht.
Psychische Nachteile des Extremwanderns
Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass wir uns Gedanken machen, welche psychischen Nachteile das Extremwandern mit sich bringen könnte. Doch abgesehen von einer Enttäuschung, den Marsch vielleicht abbrechen zu müssen, sind die psychischen Auswirkungen doch eher stärkend als belastend. Solltet ihr euch alleine fühlen, sprecht eure Mitwanderer an. Bildet Teams. Wir alle gehen in die gleiche Richtung mit dem gleichen Ziel und vielleicht sogar gerade mit den gleichen Schmerzen. Es muss niemand alleine wandern, der das nicht möchte. Lass dich lieber von dem tollen Zusammenhalt der Extremwandercommunity überraschen und begeistern.
Fazit
Extremwandern kann sowohl körperlich als auch psychisch gesund sein, sofern es du es mit ausreichend Vorbereitung angehst. Es stärkt Ausdauer und Muskeln, fördert das Wohlbefinden und kann dabei helfen, mentale Stärke zu entwickeln. Wenn du jedoch deine eigenen Grenzen ignorierst und dich nicht ausreichend vorbereitest, setzt du dich gesundheitlichen Risiken aus.